Exkursion Nordfriesland – Teil 3

Anschließend fuhren wir nach Schleswig, wo wir ĂŒbernachteten um am nĂ€chsten Morgen nach Enge-Sande zum GreenTec-Campus zu fahren. Dort wurden wir von Herrn Wiese empfangen. Herr Wiese arbeitet seit drei Jahren als selbststĂ€ndiger Projektmanager der eE4mobile eG. Diese BĂŒrgergenossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, in der Region Nordfriesland, wo ebenfalls viel Überschussstrom aufgrund der Windkraftanlagen anfĂ€llt und Windanlagen zeitweise abgestellt werden, diesen Strom fĂŒr den Verkehrssektor nutzbar zu machen. ElektromobilitĂ€t ist der zentrale Baustein. Herr Wiese berichtete von einer Aktion im September 2013, bei der die Genossenschaft einen Deal mit einem NissanhĂ€ndler aushandeln konnte. Insgesamt 60 Nissan Leaf der ersten Baureihe wurden mit besonderen Konditionen an 60 Mitglieder vermittelt. Der HĂ€ndler sponsorte daraufhin zwei Schnellladestationen und wegen der Vielzahl Elektroautos konnten sich weitere Ladestandorte entwickeln. So gibt es inzwischen etwa 50 Ladestationen im Landkreis. Leider mussten wir feststellen, dass viele verschiedene Ladesysteme existieren und ein Großteil der Stationen kostenlos ist. Das mag fĂŒr die Anfangszeit funktionieren, aber ist nicht langfristig realisierbar. Sicherlich werden bald Bezahlsysteme die ersten Stationen ablösen. Zu unserem Bedauern setzte Herr Wiese dabei auf den Service von RWE Mobility. Deren GeschĂ€fte sind fĂŒr BĂŒrgergenossenschaften nur schwer einsehbar und die Interessenssteuerung der Standorte von der RWE Zentrale aus, lĂ€sst demokratische Mitbestimmung auf der Strecke.

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Der GreenTec-Campus befindet sich seit 2010 auf einem ehemaligen MilitĂ€rgelĂ€nde von ca. 137 ha. Er ist inzwischen Gewerbegebiet mit besonderen EinschrĂ€nkungen. So dĂŒrfen sich nur Firmen ansiedeln, die in eine der folgenden Kategorien fallen: Energieeffizient, Erneuerbare Energien, ElektromobilitĂ€t und Rechenzentren. Letzteres befindet sich bspw. in einem alten Bunker, der kĂŒhl ist und stromintensiv ohne Schwerlasttransporte, wie Herr Wiese meinte, womit er perfekt zu Nordfriesland passt, denn Strom gibt es genug und Platz auf dem GreenTec-Campus ebenso.

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